Frau

Es gibt nichts Schöneres
als Frau sein
Frau
Und nichts anderes als Frau
Nicht Kind
und auch nicht Mütterlein
Frau
Und nichts anderes als Frau

Jederzeit und überall
Und dabei vollkommen egal
Ob allein oder mit dir
Ob mit ihm oder mit ihr

Es gibt nichts Schöneres
Weil als Frau
man alle Männer lieben kann
In ihnen allen
den einen Mann
Und in dem einen
alle liebt
Wenn man als Frau
die Liebe gibt

Als kleines Püppi
liebst du Väter
Als Mutter
liebst nur Söhne du
Doch als Frau
Väter und Söhne
Und ihre Männlichkeit dazu

Und ich
lieb sie einfach alle
Bübchen
Helden
und das Tier
Ich habe meinen Sinn gefunden
Denn so
lieb ich
die Frau in mir

 

Weiberherbst

Zärtlich getragen vom Nebel
Der sich weich um mich schmiegt
Tief atmend den Duft des Herbstes
Der in der satten Luft liegt
Schwebt mein Herz durch die farbige Pracht
Die mein Leben so herrlich reich macht

Es sind die Farben
der glücklichen Stille
Die in mir leuchten
in einer Fülle
Die Gott
in meine Ewigkeit senkt
Weil Er mir wieder
den Herbst schenkt

Sanftes Nieseln streichelt mich
Und küßt wie frischer Morgentau
Alle meine Sinne wach
Und ich erkenne im Herbst die Frau

Der Jahreszeiten einziges Weib
Die strahlende Schönheit
In deren Leib
der Herd des Lebens ewig wärmt

Der Frühling
Der Jüngling
der strahlend ausschwärmt
Der sorglos aufbricht
und überall sät

Der Sommer
Der lachend einhergeht
Mit heißem Atem
und mit spendender Kraft
Alles wachsen läßt aus seinem Saft
Der in schwülen Nächten
von Freiheit erzählt
Und vieles verspricht
was er dann nicht hält

Der Winter
Ein eiskalter Soldat
Mit klirrenden Waffen
in prachtvollem Staat
Tötet
was sich nicht schützt vor ihm
Läßt Viele zitternd vor ihm fliehen

Doch jetzt der Herbst
Der nach innen ruft
Mit prächtigen Farben und sinnlichem Duft
Mit weichen Konturen im milden Licht
Mit feuchten Lippen im üppigen Gesicht
Der Ernten gibt und sich daran freut

Der Jahreszeiten Weiblichkeit

Und groß ist mein Glück
so von Weib zu Weib
Denn auch ich
fühl' den Herbst
in meinem Leib

 

Die heilige Hure

Du bist der Mann
Der in mir
die heilige Hure hat geweckt
Die das Kind in dir hätschelt
und deine Männlichkeit leckt

Die voll mütterlichem Stolz
vor deinen Eitelkeiten steht
Und deren Stolz in deinem Bett
vor Lüsternheit vergeht

Die mit sorgender Nachsicht
deine Spiele bewacht
Und dann spielt mit dem Feuer
mit dir in der Nacht

Die mit zärtlichen Händen
deine Seele gesundet
Und mit rotlackierten Krallen
deinen Körper aufschrundet

Die mit samtweichen Lippen
dich ins Träumeland bringt
Und mit fordernder Zunge
in deine Geilheit eindringt

Die mit heiliger Kraft
vor das Söhnchen sich stellt
Und mit weiblicher Schwäche
in deine Manneskraft fällt

 

I bin a Wienerin
     (Frei nach der Melodie "Born in the USA" von Bruce Springsteen)

I wohn in aner Stodt
Die gaunz wos wunderschens hot
Do kaunnst ois Frau a lebn
Und kaunnst da's Leben gebn

I bin a Wienerin
I bin a Wienerin
I bin a Wienerin
I bin a Wienerin

Do kennan Vüle schaun
Weu mir san echte Fraun
Aus an gaunz besonderen Hoiz
Und auf des bin ich stoiz

Mir san voi Lust und Freid
Und voller Sinnlichkeit
Haum a an Mut und a Kroft
Und haum scho so vü gschofft
Wo aundre davo grennt san
Drum bin i so gern do daham

I bin a Wienerin
I bin a Wienerin
I bin a Wienerin
I bin a Wienerin

Scho in der oidn Zeit
Haum sie de Männer gfreit
Haums d'Weana Madln gsegn
Weu daun is immer wos geschegn

Weu mir haum die Männer gern
Und des net nur von fern
Haum gern mit eana a Hetz
Lebn oba a im Jetz
Und wissen scho
wos mir woin
Net wos aner glaubt
dass ma soin

I bin a Wienerin
I bin a Wienerin
I bin a Wienerin
I bin a Wienerin

Lochn vü doch wanan a daun
Waun mir wos zum Wanan haum
Oba des dauert net laung
Daun faung ma von vurn wieder aun
Weu so des Leben geht
Wos jede Frau do vasteht

Weu
I wohn in aner Stodt
De ganz wos besonderes hot
Des san de Fraun de do lebn
Und de si's Leben a gebn

I bin a Wienerin
I bin a Wienerin
I bin a Wienerin
I bin a Wienerin